Zu Ostern waren wir – wie so viele – bei der Familie. Bei meiner Schwiegerfamilie – in der Nähe von Bielefeld. Nun wollte ich am Samstag eine kleine Osterüberraschung für meine Frau besorgen. Ich kenne mich allerdings in der Gegend nur leidlich aus. In der Nähe liegt das schöne Bad Salzuflen, ich dachte, ich suche in der Fußgängerzone nach einem Laden, der Thomas Sabo hat. Meine Tochter war dabei, um mich Weiterlesen →
Vermarktung
QR Code … aber wie?
Ich habe sehr viel Spaß an diesem Abend gehabt, der auf diesem Flyer beworben wurde. Außer, nun, ich bin Berater für solche Sachen und da dachte ich, aha, die nutzen also auch QR Codes. Die einzige wirklich sinnvolle Verknüpfung von offline und online. Und um es kurz zu erläutern, das komische viereckige Teil da unten rechts (schwarz auf weiss) kann man mit einem QR Reader auslesen. Solche QR Reader befinden sich auf Smartphones, sind Weiterlesen →
AIDA für moderne Vermarktung
Der geneigte Kollege weiss, wenn hier die Rede von AIDA ist, dass dann nicht das Kreuzfahrtschiff gemeint ist, sondern der simple und effektvolle Aufbau von Werbebotschaften – Attention, Interest, Desire, Action. Sprich, eine solche Botschaft beginnt mit einem Aufmerksamkeits-schaffenden Element, schafft darauf Interesse, das im Idealfall in ein Bedürfnis mündet. Und am Schluss ruft man zu einer Handlung auf, die dieses Bedürfnis im besten Fall stillt. Achtet man darauf, wird man feststellen, dass die meisten Werbebotschaften sich immer noch dieses Prinzips bedienen, weil es einfach sehr wirksam ist.
Ohne daran rütteln zu wollen, muss man sich aber bei den sich dramatisch ändernden Begleitumständen von Vermarktung Gedanken machen, wie diese in einer modernen Medienwelt immer noch funktionieren kann, die vor allen Dingen durch aktive Nutzer geprägt ist. Diese aktiven Nutzer sind im Gegensatz zu ihren Vorvätern nicht geduldig aufnehmende Konsumenten, sondern eigene Content-Produzenten. Und damit ist gar nicht gemeint, dass auf einmal jeder Filme dreht, Blogs schreibt oder zum Programmierer mutiert. Nein, aber viele Menschen liken Facebook-Produktseiten, geben Empfehlungen auf dafür ausgerichteten Plattformen oder checken sich in Locations ein. Dieser Content – auch Metacontent genannt – wird wiederum von den Freunden dieser Aktivnutzern gesehen, evtl. kommentiert und als persönliche Empfehlung wahrgenommen. Sprich, genau da will man mit seiner Vermarktung rein – in die Timelines der Freunde. Das ist das Prinzip jeder gut gemachten Facebook Produktseite, das den Kunden auf Augenhöhe anspricht und in dialogischen Austausch mit diesem geht – womit wir schon mal einen ersten Eckpunkt für moderne Vermarktung hätten – Kundenansprache in Augenhöhe!
Wer aber mit seinen Kunden sprechen will, der muss auch wissen, was seine Kunden sagen. Sprich, es reicht nicht, eine Facebookseite, einen Twitteraccount oder ähnliches zu haben, um sich den veränderten Vermarktungsgegebenheiten zu stellen, man muss auch zuhören – sprich zur modernen Vermarktung gehört ein professionelles Monitoring, damit bewußt ist, wie über das jeweilige Produkt diskutiert wird, wie es genutzt wird und vor allen Dingen auch, wer es nutzt und sich auch als Nutzer outet. Der zweite Eckpunkt für moderne Vermarktung – Monitoring!
Geht man von diesen Grundüberlegungen aus, also der dialogischen Kommunikation mit dem Wissen um das Gegenüber, muss man gleich einsteigen in die Technik. Denn will man das, was der Bäcker um die Ecke sicher mit einem engagierten Verkäufer incl. Elefantengedächtnis bewerkstelligt (“Heute wieder 5 Schrippen?”), im großen und professionellen Rahmen bewerkstelligen, gehört zu einer modernen Vermarktung ein intelligentes Informationsmanagement. Sprich, alle Daten, die mit sinnvollen Monitoring erfasst wurden, müssen auch sinnvoll gesammelt werden und in die Vermarktung eingehen. Dritter Eckpunkt – Informationsmanagement!
Schließlich muss all das in die Vermarktung einfliessen, so dass im Idealfall jeder einzelne Nutzer individualisiert (Wo ist der Nutzer? Was mag er? Was hat er darüber gesagt? Mit wem hat er sich darüber ausgetauscht? …) seine Botschaft bekommt. Technisch gesehen ist das möglich, man muss sich nur dieser Technik auch zu bedienen wissen. Sprich, wer sich moderner Vermarktung bedienen möchte, brauch – entweder persönlichen oder eingekauften – Technikverstand – der vierte Eckpunkt zu unserem Vermarktungsquadrat!
Und um abschließend noch einmal den exzellenten Artikel von Gerd Leonhard zu zitieren, führt all das weg vom Gießkannenprinzip hin zu einem Sprinklerprinzip mit vielen feinen Strängen, die unsere zukünftigen Kunden in all den Ecken, in denen sie sich aufhalten, wohldosiert erreichen.
Kreative Vermarktung
Sieht man sich die Welt von der technischen Seite aus an, könnte alles so schön sein: Für Technik interessierte Menschen steht geradezu das Nirvana vor der Tür – es scheint alles möglich: Immer einfacher bedienbare Interfaces, egal ob man auf Geräte-, Anwendungs- oder Endnutzerseite schaut. Durch intuitive Systeme wird jeder, der will, zum Online Publisher, sei das nun im einfachsten Fall über Social Media, wie Facebook, Twitter etc., mit dem eigenen Blog über bekannte Blogportale oder mit eigenen Seiten, die mit Modullösungen heute schon jeder erstellen kann. Theoretisch kann jeder …
Sieht man die Welt von einer Marketing Seite aus an, ist man zumeist enttäuscht. Denn es wäre ja nicht so, dass all die einfache technische Vielfalt nicht auch für Menschen zur Verfügung stünde, die sich mit Vermarktung und Marketing beschäftigen – gerade in der bunten Online Welt. Aber es scheint so, dass die Marketingwelt stehen geblieben ist in der Zeit, als man festgestellt hat, dass man Hyperlinks graphisch gestalten kann und das Banner geboren wurde. Gut, dieses Banner hat Brüder bekommen, wie das Flash Banner, aber ehrlich – soll das schon das Ende der Fahnenstange sein, was Online Vermarktung angeht?
Und es gibt ja Ansätze, viele, vielschichtige, kreative: Nicht mehr der stupide Werbefilm, nein der Produktfilm, der für den User einen wirklichen Nutzen bringt (Für die Frau: Wie trage ich ein dezentes Make-up auf/ Für den Herrn: Wie wechsle ich die Reifen
), der aber aktive Flächen innerhalb des Videos hat, die anklickbar sind. Da kann die Frau z.B. das Schwämmchen zum Auftragen anklicken und bekommt die Info, dass sie diesen im 12er Pack bei Versand xy zum Preis von z bestellen kann mit direktem Link zur Shoppingseite.
Solche Verschmelzung von Information mit Shoppingmöglichkeiten wird durch clevere technische Lösungen immer attraktiver und greift das Gefühl der Nutzer auf, das Werbung zu aggressiv ist – hier ist sie in Information eingebunden. Gefällt die Information, wird die Werbebotschaft auch eher als Information aufgegriffen …
Oder auch das Storytelling: Ich kreiere bewusst eine Storyline rund um mein Produkt/ meinen Kunden, die ich entweder mit Protagonisten anreichere oder sonst wie redaktionell unterlege, so dass ein wirklicher Informationsvorteil für den Nutzer entsteht. Diesen mit einem Produkt, einer Kampagne verbunden, erreiche ich mehr Aufmerksamkeit, werde nicht im werblichen Umfeld wahrgenommen und kann mein Produkt/ meine Kunden seriöser einbinden. Klassische Bespiele für eine solche Methode werden meist in Blogs gefahren: Reiseberichte mit Hotel-/ Anbieterempfehlung, Musikkritiken mit Kauflink, Trainingstagebuch mit Sportgeräteempfehlung …
Und diese Liste ließe sich noch ewig weiter führen. Setzen Sie einen Kreativen mit ein wenig Technikverstand mit einem Techniker zusammen und sie bekommen einen riesen Strauß an bunten Vermarktungsideen.
Aber da fängt das Problem an. Denn gerade diesen Strauß scheint man auf Vermarkterebene nicht wirklich in der Vase haben zu wollen. Es wird auf das bewährte gesetzt – da kennt man sich aus, da kennt man die Margen, da weiss man Bescheid. Ich muss nicht extra erwähnen, dass genau diese Einstellung bei Menschen aus den eher klassischen Medien vorherrscht, während junge Unternehmen mit frischen Leuten diese neue Formen der Vermarktung schon ausgiebigst nutzen und das sehr erfolgreich. Während die Vertreter der anderen Seite besitzstandsrettend an ihren alten Methoden kleben und dabei zuschauen, wie Stück für Stück Marktanteile an neue Player abwandern und sich darüber beschweren.
Schade eigentlich, wo es doch eigentlich ganz einfach wäre …