qualitätsvermarktung

AIDA für moderne Vermarktung

Der geneigte Kollege weiss, wenn hier die Rede von AIDA ist, dass dann nicht das Kreuzfahrtschiff gemeint ist, sondern der simple und effektvolle Aufbau von Werbebotschaften – Attention, Interest, Desire, Action. Sprich, eine solche Botschaft beginnt mit einem Aufmerksamkeits-schaffenden Element, schafft darauf Interesse, das im Idealfall in ein Bedürfnis mündet. Und am Schluss ruft man zu einer Handlung auf, die dieses Bedürfnis im besten Fall stillt. Achtet man darauf, wird man feststellen, dass die meisten Werbebotschaften sich immer noch dieses Prinzips bedienen, weil es einfach sehr wirksam ist.

Ohne daran rütteln zu wollen, muss man sich aber bei den sich dramatisch ändernden Begleitumständen von Vermarktung Gedanken machen, wie diese in einer modernen Medienwelt immer noch funktionieren kann, die vor allen Dingen durch aktive Nutzer geprägt ist. Diese aktiven Nutzer  sind im Gegensatz zu ihren Vorvätern nicht geduldig aufnehmende Konsumenten, sondern eigene Content-Produzenten. Und damit ist gar nicht gemeint, dass auf einmal jeder Filme dreht, Blogs schreibt oder zum Programmierer mutiert. Nein, aber viele Menschen liken Facebook-Produktseiten, geben Empfehlungen auf dafür ausgerichteten Plattformen oder checken sich in Locations ein. Dieser Content – auch Metacontent genannt – wird wiederum von den Freunden dieser Aktivnutzern gesehen, evtl. kommentiert und als persönliche Empfehlung wahrgenommen. Sprich, genau da will man mit seiner Vermarktung rein – in die Timelines der Freunde. Das ist das Prinzip jeder gut gemachten Facebook Produktseite, das den Kunden auf Augenhöhe anspricht und in dialogischen Austausch mit diesem geht – womit wir schon mal einen ersten Eckpunkt für moderne Vermarktung hätten – Kundenansprache in Augenhöhe!

Wer aber mit seinen Kunden sprechen will, der muss auch wissen, was seine Kunden sagen. Sprich, es reicht nicht, eine Facebookseite, einen Twitteraccount oder ähnliches zu haben, um sich den veränderten Vermarktungsgegebenheiten zu stellen, man muss auch zuhören – sprich zur modernen Vermarktung gehört ein professionelles Monitoring, damit bewußt ist, wie über das jeweilige Produkt diskutiert wird, wie es genutzt wird und vor allen Dingen auch, wer es nutzt und sich auch als Nutzer outet. Der zweite Eckpunkt für moderne Vermarktung – Monitoring!

Geht man von diesen Grundüberlegungen aus, also der dialogischen Kommunikation mit dem Wissen um das Gegenüber, muss man gleich einsteigen in die Technik. Denn will man das, was der Bäcker um die Ecke sicher mit einem engagierten Verkäufer incl. Elefantengedächtnis bewerkstelligt (“Heute wieder 5 Schrippen?”), im großen und professionellen Rahmen bewerkstelligen, gehört zu einer modernen Vermarktung ein intelligentes Informationsmanagement. Sprich, alle Daten, die mit sinnvollen Monitoring erfasst wurden, müssen auch sinnvoll gesammelt werden und in die Vermarktung eingehen. Dritter Eckpunkt – Informationsmanagement!

Schließlich muss all das in die Vermarktung einfliessen, so dass im Idealfall jeder einzelne Nutzer individualisiert (Wo ist der Nutzer? Was mag er? Was hat er darüber gesagt? Mit wem hat er sich darüber ausgetauscht? …) seine Botschaft bekommt. Technisch gesehen ist das möglich, man muss sich nur dieser Technik auch zu bedienen wissen. Sprich, wer sich moderner Vermarktung bedienen möchte, brauch – entweder persönlichen oder eingekauften – Technikverstand – der vierte Eckpunkt zu unserem Vermarktungsquadrat!

Und um abschließend noch einmal den exzellenten Artikel von Gerd Leonhard zu zitieren, führt all das weg vom Gießkannenprinzip hin zu einem Sprinklerprinzip mit vielen feinen Strängen, die unsere zukünftigen Kunden in all den Ecken, in denen sie sich aufhalten, wohldosiert erreichen.

Qualitativ vermarkten

QualitätsvermarktungIm Zusammenhang von Social Media von einer Zeitenwende zu reden, ist beinahe profan geworden. Jeder, der irgendwie mit Öffentlichkeit zu tun hat, nutzt Social Media, jeder Öffentlichkeitsarbeiter hat sich an dialogisches Arbeiten gewöhnt – der eine besser, die andere … Insofern ist das ein blöder Anfang für einen Artikel, aber irgendwie muss man ja auf Fahrt kommen.

Auch kommerzielle Unternehmen haben Social Media für Ihre Zwecke erkannt, die Facebookseite gehört bereits zum Standard und auf Plakaten, die für irgendein Produkt/ Event werben, haben standardmäßig den Link der Facebookseite mit aufgedruckt – den Link der Unternehmensseite dagegen findet man immer seltener.

Allerdings, und jetzt kommt der Punkt, das Problem ist immer noch der direkte ROI bei Social Media. Also, was bringt es, was kann man damit erreichen. Wie kann man mit Social Media wirklich vermarkten?

Und dabei ist es doch eigentlich so simpel. Denn was haben wir gelernt von Google und Konsorten: Wenn Werbung im “redaktionellen” Zusammenhang steht, wird sie um so besser angenommen. Meist wird sie noch nicht einmal als solche wahrgenommen, sondern im besten Fall als erweiterte “Produktinformation”. Halt qualitativ vermarkten!

Und wenn das Umfeld stimmt, dann stellt man fest, dass nicht nur die Vermarkter Spaß haben, sondern auch die Konsumenten – ein gutes Beispiel sind alle Spielarten von Social Commerce.

Insofern besteht die Aufgabe, Social Media als geeignetes Umfeld zu nutzen, um damit den redaktionellen Zusammenhang zu schaffen, in dem Vermarktung von den Nutzern als Zusatzangebot und nicht als Belästigung empfunden wird. Dass so etwas funktioniert, wissen Kollegen aus dem Radio schon lange – lange vor Social Media – nicht ohne Grund sind Live Reader – also Werbebotschaften, die von den Moderatoren vorgetragen werden – teure Werbeformate mit immenser Wirkungskraft.

Ich selber arbeite derzeit genau an einem solchen Projekt – spannend, weil es längst Gewußtes mit Kreativität und Technik verbindet. Sehr wirkungsvoll!

Ein Plädoyer für Qualitätsvermarktung

2011-08-01_1312195893Vermarktungsmöglichkeiten im Internet gibt es viele – möchte man meinen. Schaut man sich allerdings auf einschlägigen Internetseiten von Radiosendern (und anderen Internetpräsenzen klassischer Medien) um, findet man eigentlich nur eine Form: Das Banner. Fragt man nach, wie hoch die Gewinnmargen sind, wird meist nur abgewunken – offensichtlich ein weiteres Argument dafür, dass im Internet kein Geld verdient werden kann.

Solchen unsinnigen Argumente freuen natürlich Google und Konsorten, weil sie sich sicher sein können, dass ihr Markt in absehbarer Zukunft ein nicht heiß umkämpfter bleibt, Weiterlesen →