03rd Mai2011

Gralshüter des Wissens?

by Markus Dreesen

Ich möchte nicht über Julian Assange diskutieren, da hab ich mir schon mal den Mund verbrannt. Und, ehrlich gesagt, bin ich mir auch gar nicht so sicher, was ich von dem Mann halten soll. Ich möchte auch nicht die Diskussion über Wikileaks wieder aufmachen. Darf man das veröffentlichen oder nicht …

Ich möchte mir aber sehr wohl – mal wieder - das Maul zerreissen über die Verlegerbrut. Zur Zeit findet der jährliche European Newspaper Congress in Wien statt. Und da wird wieder – jawohl – geheult. Klar, die neue Entwicklung der Tablet Computer muss natürlich kritisch unter die Lupe genommen werden, sind ja Feinde, die kleinen Dinger. Und Apple bekommt auch wieder sein Fett weg, denn die App Economy ist natürlich eine Apple Economy – was hatten wir auch anderes erwartet.

Und ich würde ja auch gern direkt auf diese Artikel verlinken, aber die Programmierung der Seite des Zentralorgans aller europäischen Verleger lässt noch nicht mal das zu. Sieht man mal, wie es um den Entwicklungsstand dieses Gewerbes steht.

Nun, das mit dem bösen Apple Konzern wissen wir ja jetzt auch alle, also muss es doch einen neuen Feind geben. Und eben der ist mit Wikileaks ausgemacht – so jedenfalls lautet die aktuelle Schlagzeile der Presseveröffentlichung eben jenes Organs: “Ist Wikileaks der Totengräber des Journalismus?” Alleine diese Headline bringt alle meine Säfte zum Überkochen. Warum sind eigentlich immer alle gegen die Zeitungen? Hinter jeder Ecke wird ein Feind ausgemacht, man baut sich ein in einer Wagenburg und späht nach dem nächsten Feind. Und ist sich immer sicher, dass man selbst die einzig Heil bringende Kraft in Sachen Journalismus ist – und dass, wo der Begriff Journalist noch nicht mal geschützt ist und sich jeder so nennen darf!

Aber, grundsätzlich positiv eingestellt wie ich nun mal bin … Ich hoffe immer noch auf die Schlagzeile: “Deutsche Verleger mit innovativem Portal ganz weit vorne in der Entwicklung!” … oder vielleicht “Deutsche Verleger führend im Internetgeschäft!” … Hm, vielleicht bin ich ja nur ein Träumer – aber ein saurer!

27th Feb2010

Guter App Store, böser App Store

by Markus Dreesen

screenshot des Apple App Store - Rubrik Nachrichten - alle sind sie da ...

Liegt es daran, dass wir in Deutschland sind? Liegt es vielleicht an einer Zunft, die einfach nicht verstehen will, dass das Veränderungstempo jeden Tag anzieht? Ist Anspruchsdenken und Besitzstandswahrung eine Grundkompetenz deutscher Medienschaffender?

Wir erinnern uns zurück, November 2009. Das deutsche Zeitungswesen feiert die Innovation in Form von Bezahlapps für das iPhone, die über den Apple App Store vertrieben werden. Endlich gibt es DIE Lösung für das “Problem” Internet, in dem Content einfach kostenlos ans gemeine Volk verteilt wird. Über die Apps haben jetzt Kunden einen “Convenience”-Vorteil – der Content wird teilweise früher, teilweise in einer sehr user-freundlichen Art präsentiert und der Kunde (weiterlesen…)

20th Aug2009

Danke für den Mut!

by Markus Dreesen

zweifelEin frustrierter Freund ist nichts schönes! Wenn der Frust ausgelöst wird durch eine Nichtentwicklung in einem Bereich, in dem ich mich auskenne, bin ich natürlich vorne an der Freundschaftsfront und kämpfe mit ihm – wenn das auch zuerst mal nur in verbaler Art stattfindet.

Ein großes Verlagshaus, man hat mit Zeitung zu tun und man hat Sorgen. Das an und für sich ist jetzt nicht mehr wirklich ein Grund, frustriert zu sein. Ist das ja nicht erst seit der Wirtschaftskrise ein Thema in der Zeitungswelt. Nun ist dieser Freund aber so frustriert, weil alle zaghaften Versuche in Richtung wirklicher Crossmedialität von Gesellschafterseite mit den üblichen Argumenten abgetan werden: (weiterlesen…)