01st Sep2011

Wie posten?

by Markus Dreesen

© Martin Müller/ pixelio.de

Etwas erstaunt über die Resonanz zu meinem letzten Artikel, der bewusst praxisbezogen war, gibt´s jetzt gleich einen weiteren Artikel zum Posten – wieder bewusst simpel und praxisbezogen: Wie sollte man posten, um möglichst Nutzer der Seite zu binden, neue zu generieren und Kommentare und damit Interaktion zu bekommen.

Ein Grundgebot beim Posten sollte der “Call of action” sein – ein Post, der einfach nur sendet, behauptet oder ein Statement abgibt, wird auf Brandseiten zu wenig Erfolg führen. Allerdings was heisst der “Call of Action” konkret?

  • Der einfachste Fall ist die simple Frage. Und mit simpel ist auch wirklich simpel gemeint. Ein kleines Screening z.B., wo die Fans eigentlich leben, führt schnell zur Konversation unter den Kommentatoren selbst und damit zum Leben auf der Seite.
  • Ein schönes Mittel – meiner Meinung nach ein sehr gutes – ist der “Ausfühl Post”. Man fordert die Leser einfach auf, die Leerstelle zu füllen: “Sagt uns, wann Ihr xy am liebsten nutz! “Ich nutze xy, wenn ………..” Das ist die einfachste Art, für den Nutzer zu antworten und funktioniert immer.
  • Nicht wirklich schick, aber teilweise nützlich ist der Aufruf zur Empfehlung. Die “Follower Power” nutzen, also an das Herz der “Community” appelieren. Dies sollte mit Content gefüllt werden – eine Belohnung ist nicht zu empfehlen, weil administrativ aufwendig – also z.B. eine Formulierung der Empfehlung: “Empfehlt uns bei Euren Freunden – hier ist die Seite, die Euch nützliche Infos gibt/ die besten Locations zeigt …” Allerdings sollte dieser Aufruf eher selten gemacht werden. Schließlich sollte die Seite durch Klasse die Masse anziehen …

Ein gutes Mittel, um User zu binden, ist der geeignete Umgang mit News. Allerdings ist das News Geschäft selbst doch eher den Kollegen der Nachrichtenzunft zu überlassen – das Personal ist einfach zahlreicher. Stattdessen ist der kreative Umgang mit News gefragt:

  • Aktuelle Nachrichten, die über die eigentliche Meldung hinaus von Belang sind, gilt es, in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Wann sind den Usern ähnliche Dinge passiert, wo waren sie, als das Ereignis stattfand, wo haben sie davon erfahren und von wem …
  • Eine wirklich gute Art, mit News umzugehen, ist der aktuelle Tag. Der ist heiss, kalt (Wetter geht IMMER!), der hat thematisch mit dem Brand zu tun (Es gibt den Tag des BUTTERBROTS) oder er ist 1, 2, 3 … Monate entfernt von einem wichtigen Tag … für das Brand, für den User…

Ein weiteres schönes Mittel zum Einbinden der User in die Seite ist das Sich-Beschäftigen mit Facebook selbst. Kleine Mash Ups, was gerade für Videos durch die digitale Gemeinde gejagt werden, welche Trends aufgefallen sind (und natürlich die Frage nach den Eindrücken der User, sic!) etc. gehen gut – Facebook User lieben Facebook!

Mit diesen kleinen Hilfen ist es hoffentlich einfacher für die “Bestücker” der jeweiligen Fanpage, die Userzahl zu steigern, aber vor allen Dingen die User zu unterhalten und damit nachhaltig an das Brand zu binden.

 

 

25th Aug2011

Wann posten?

by Markus Dreesen

Die wichtigste Frage für Posts im Social Web ist immer noch das „Was?“ – also die Frage nach dem Inhalt, egal auf welcher Plattform. Viele beantworten sich selbst die Frage, wie oft – die Skala reicht von „höchstens 3 Mal die Woche“ bis „einmal die Stunde mindestens“.

Allerdings scheint es vor allen Dingen darauf anzukommen, WANN man im Social Network postet. Neue Studien zeigen, dass man durchaus von „Idealen Postzeiten“ sprechen kann. Also Zeiten, in denen das „Was?“ auch zur entsprechenden Wirkung kommt.

Üblicherweise posten Brandseiten zwischen 9:00 und 17:00 Uhr. Das hat natürlich mit den Bürozeiten zu tun. Das sind aber nicht die Zeiten, zu denen auf den Social Media Plattformen die meiste Aufmerksamkeit herrscht.

Diese hat man in diversen Studien versucht zu ermitteln. Kriterium für den aufmerksamen User waren dabei die höchste Zahl der „Likes“ – also die Tatsache, dass Nutzer Beiträge geteilt haben. Dabei entpuppt sich bei Facebook der Samstag gegen Mittag und etwas nach 19:00 Uhr als idealer Zeitpunkt.

Bei Twitter war das Kriterium die höchste Zahl der „Retweets“ – also Einträge, die von anderen Twitter Nutzern noch einmal gepostet wurden. Dabei zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei Facebook: Der Social Timing Sweetspot ist am Wochenende, gegen Mittag oder nach 18:00 Uhr.

Auch über die Häufigkeit scheinen sich Aussagen machen zu lassen, was die ideale Aufmerksamkeit angeht: Brands, die bei Facebook alle zwei Tage einen Post absetzten, erhalten die meisten „Gefällt Mir“´s – bei Twitter erreicht man den höchsten CTR (also die Ausbeute aus tatsächlichen Präsentation des Posts), wenn man in einer Stunde höchstens 4 Tweets absetzt.

Natürlich sind diese Regeln nicht für aktuelle Zusammenhänge zu gebrauchen – ein aktuelles Ereignis muss natürlich zum aktuellen Zeitpunkt gepostet werden. Aber gerade die Posts, die brandverstärkend sind, sollten möglichst zu diesen Zeitpunkten gepostet werden. Denn Social Media bedient sich einer Timeline, die nach der Logik „das Aktuellste oben“ funktioniert. So verschwindet der schönste Content, wenn er nicht zur idealen Zeit gepostet wird.

Wer jetzt sagt, dass ja aber gerade da kein Personal zum Posten vorhanden ist, dem sei technische Hilfe an die Hand gegeben. Zuerst einmal der Internet-basierte Dienst „HootSuite“: Hier kann man diverse Social Media Accounts anlegen und die jeweiligen Posts genau timen – also, Freitags geschrieben und pünktlich Samstags Mittags in der Timeline der User.

Oder auch Tweriod: Ein Dienst, der das Verhalten der eigenen Follower auf Twitter analysiert und somit individuell die Zeit der höchsten Aktivität der jeweiligen Follower ermittelt.
Es wäre doch schade, wenn all der schöne Content ins Leere geht …

13th Sep2010

Der analog-digitale Austausch

by Markus Dreesen

Die stART Konferenz in Duisburg ist gerade zu Ende, das Rauschen in der digitalen Welt ist groß. Viele neue Kontakte, viele neue Eindrücke und vor allen Dingen das Wissen: Dieser Markt des Social Web professionalisiert sich minütlich. Und das sieht man mal wieder an solchen Leuchtgestalten wie Shelley Bernstein vom Brooklyn Museum: Dort wird schon seit 3 Jahren konsequent auf Social Media gesetzt. Aber dort wird auch konsequent generell auf Community gesetzt. In einem eigenen Projekt wurde dies im Anfang auch konsequent durchgesetzt – vom exklusivem Mitbestimmungsrecht bis hin zu Community Events. (weiterlesen …)

03rd Aug2010

Und dann?

by Markus Dreesen

Im Urlaub hat man Zeit. Im Urlaub nimmt man Dinge anders wahr als im normalen Alltag. Direkt neben unserer Bleibe war ein Restaurant. Dieses Restaurant spielte den ganzen Tag Radio – laut. Beim Frühstück auf dem Balkon gut hörbar – der Kaffee nach dem Strand auf dem Balkon untermalt und zwischendurch auch immer wieder in Shops: Radio der Marke AC, das vor allen Dingen 80er spielt, die man doch eigentlich nicht wirklich ernsthaft noch spielen kann (“We Built This City“). Und die Moderatoren spucken solche wirklich emotionsgeladenen Musikverkaufen aus wie “Und das ist der perfekte entspannt durch den Feierabend Stau Song von Maroon 5 …” Man stelle sich den geneigten Musikliebhaber im Geschäft seiner Wahl vor, der nach dem “perfekten entspannt durch den Feierabend Stau Song von Maroon 5″ fragt. Eben!

Aber, stellt man solche Überlegungen innerredaktionell an, bekommt man immer das Totschlagargument: “Das testet aber gut!” Aha!?

Vielleicht wäre es sinnvoll (weiterlesen …)

22nd Mrz2010

Die Justierung der Meinung

by Markus Dreesen

In einem sehr empfehlenswerten Artikel in der FAZ spricht der stellvertretende Chefredakteur der C´t, Jürgen Kuri, von De-Mainstreaming des Internets durch soziale Netzwerke. Damit ist die Regulation der Informationsströme gerade durch Social Communities gemeint. Während das übliche Gebaren im Netz auf Algorithmen beruht, die nichts anderes tun, als bewährtes immer wieder zu wiederholen (Google findet heraus, was man sucht und bietet ähnliches auf Grund dieser Information an – bei amazon erfährt man auch nur, was Menschen kaufen, die das gleiche Produkt wie man selbst erstanden haben. Die Verstärkung (weiterlesen …)

27th Feb2010

Guter App Store, böser App Store

by Markus Dreesen

screenshot des Apple App Store - Rubrik Nachrichten - alle sind sie da ...

Liegt es daran, dass wir in Deutschland sind? Liegt es vielleicht an einer Zunft, die einfach nicht verstehen will, dass das Veränderungstempo jeden Tag anzieht? Ist Anspruchsdenken und Besitzstandswahrung eine Grundkompetenz deutscher Medienschaffender?

Wir erinnern uns zurück, November 2009. Das deutsche Zeitungswesen feiert die Innovation in Form von Bezahlapps für das iPhone, die über den Apple App Store vertrieben werden. Endlich gibt es DIE Lösung für das “Problem” Internet, in dem Content einfach kostenlos ans gemeine Volk verteilt wird. Über die Apps haben jetzt Kunden einen “Convenience”-Vorteil – der Content wird teilweise früher, teilweise in einer sehr user-freundlichen Art präsentiert und der Kunde (weiterlesen …)