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Strukturell rückläufige Geschäfte – Ein Aufschrei

strukturell rückläufige geschäfteZwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust: Ich bin ein positiver Mensch und glaube an das Gute in anderen! Und Thomas Rabe ist nicht nur ein guter Mensch – ich durfte ihn mal in Luxemburg kennenlernen – er macht auch einen guten Job. Bertelsmann verdient den ein oder anderen Kreutzer! Und das tut er sehr unaufgeregt – ich brauche keine Homestory in der Bunten. Und jetzt redet er im aktuellen Interview mit dem Spiegel über strukturell rückläufige Geschäfte, auf die der Konzern zu lange gebaut hat. Und das kommt auch gar nicht überheblich rüber, da ist auch viel Selbsterkenntnis und ein wenig Demut drin: Wir haben zu lang auf das falsche Pferd gesetzt. Und das dabei auch seine Vorgänger was abbekommen, ist mehr als fair – man muss die Suppe ja nicht immer allein auslöffeln. Aber ansonsten? Nun, auch von Herrn Rabe hört man viel Werterhaltendes – auch er ist in einer komplexen Struktur verhaftet, deren Tradition oft wichtiger ist als die tatsächlichen Anforderungen. Insofern ist das schon ein gutes Interview, denn es zeigt, wo dran es wirklich krankt in der Deutschen Medien-/ Wirtschaftswelt.

Strukturell rückläufige Geschäfte – wie lange schon?

Aber – der geneigte User wusste, dass das kommt – was an diesem Interview so sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass strukturell rückläufige Geschäfte zur deutschen Wirtschaft schon so lange dazu gehören, dass wir eigentlich von einer strukturell rückläufigen Gesellschaft sprechen. Besonders im deutschen Medienbereich. Da werden immer noch Menschen präsentiert, die als einzige Qualität Stromlinienförmigkeit und Korpswillen zeigen. Und diese Menschen verbrennen Geld! Viel Geld! Und sie tuen es immer weiter – man lässt sie machen!

Wenn man mal nachrechnen würde, wie viel Geld – trotz besseren und vorhandenem Wissens – in den letzten Jahren gerade in der Deutschen Medienlandschaft verbrannt wurde, könnte man ganze Bruttosozialprodukte aufwiegen. Und – jetzt kommen wir langsam zum Aufschrei, wurde ja auch Zeit – ich weiss schon jetzt, wie sie alle da sitzen, den Kopf schütteln und an der Pressemitteilung feilen lassen: Gesellschafter XY gibt zu, zu lange auf strukturell rückläufige Geschäfte gesetzt! All die ganzen Mini Rabes. Und ändern wird sich – wie in den letzten 15 Jahren – nichts. Außer Spesen … Nun ja.

Strukturell rückläufige Geschäfte – was ist das?

Es geht dabei nicht wirklich um das Geschäft – bei den strukturell rückläufigen Geschäften. Es geht um eine Struktur. Eine, die im Peter Prinzip verhaftet ist und die im günstigsten Fall davon ausgeht, dass es bis zur Rente schon reichen wird. Die – ohne Rücksicht auf Verluste – nur ein Ziel hat – sich selbst zu erhalten. Und leider steht hinter diesem Selbsterhaltungswillen nicht die Einsicht, dass zur Erhaltung auch das Loslassen – das rigorose Loslassen gehört. In diesem Zusammenhang sei einmal all den Innovatoren in Deutschland gedankt – es muss viel Kraft kosten, gegen all die strukturell rückläufigen Geschäfte aus Prinzip anzulaufen – und zum Beispiel „nur“ mit einer guten Idee zur Bank zu gehen.

Aber, ich bin ein positiver Mensch. Ich danke Thomas Rabe für seine Offenheit und warne alle zahnlosen Nachahmer und Im-Windschatten-Steher – I´m watching you!

😎

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