25th Aug2011

Wann posten?

by Markus Dreesen

Die wichtigste Frage für Posts im Social Web ist immer noch das „Was?“ – also die Frage nach dem Inhalt, egal auf welcher Plattform. Viele beantworten sich selbst die Frage, wie oft – die Skala reicht von „höchstens 3 Mal die Woche“ bis „einmal die Stunde mindestens“.

Allerdings scheint es vor allen Dingen darauf anzukommen, WANN man im Social Network postet. Neue Studien zeigen, dass man durchaus von „Idealen Postzeiten“ sprechen kann. Also Zeiten, in denen das „Was?“ auch zur entsprechenden Wirkung kommt.

Üblicherweise posten Brandseiten zwischen 9:00 und 17:00 Uhr. Das hat natürlich mit den Bürozeiten zu tun. Das sind aber nicht die Zeiten, zu denen auf den Social Media Plattformen die meiste Aufmerksamkeit herrscht.

Diese hat man in diversen Studien versucht zu ermitteln. Kriterium für den aufmerksamen User waren dabei die höchste Zahl der „Likes“ – also die Tatsache, dass Nutzer Beiträge geteilt haben. Dabei entpuppt sich bei Facebook der Samstag gegen Mittag und etwas nach 19:00 Uhr als idealer Zeitpunkt.

Bei Twitter war das Kriterium die höchste Zahl der „Retweets“ – also Einträge, die von anderen Twitter Nutzern noch einmal gepostet wurden. Dabei zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei Facebook: Der Social Timing Sweetspot ist am Wochenende, gegen Mittag oder nach 18:00 Uhr.

Auch über die Häufigkeit scheinen sich Aussagen machen zu lassen, was die ideale Aufmerksamkeit angeht: Brands, die bei Facebook alle zwei Tage einen Post absetzten, erhalten die meisten „Gefällt Mir“´s – bei Twitter erreicht man den höchsten CTR (also die Ausbeute aus tatsächlichen Präsentation des Posts), wenn man in einer Stunde höchstens 4 Tweets absetzt.

Natürlich sind diese Regeln nicht für aktuelle Zusammenhänge zu gebrauchen – ein aktuelles Ereignis muss natürlich zum aktuellen Zeitpunkt gepostet werden. Aber gerade die Posts, die brandverstärkend sind, sollten möglichst zu diesen Zeitpunkten gepostet werden. Denn Social Media bedient sich einer Timeline, die nach der Logik „das Aktuellste oben“ funktioniert. So verschwindet der schönste Content, wenn er nicht zur idealen Zeit gepostet wird.

Wer jetzt sagt, dass ja aber gerade da kein Personal zum Posten vorhanden ist, dem sei technische Hilfe an die Hand gegeben. Zuerst einmal der Internet-basierte Dienst „HootSuite“: Hier kann man diverse Social Media Accounts anlegen und die jeweiligen Posts genau timen – also, Freitags geschrieben und pünktlich Samstags Mittags in der Timeline der User.

Oder auch Tweriod: Ein Dienst, der das Verhalten der eigenen Follower auf Twitter analysiert und somit individuell die Zeit der höchsten Aktivität der jeweiligen Follower ermittelt.
Es wäre doch schade, wenn all der schöne Content ins Leere geht …

19th Aug2011

Fussball, Facebook, Fifa …

by Markus Dreesen

Es sind bekanntlich die kleinen Dinge, die die wirklich großen Veränderungen ankündigen: Heute, am 19.08.2011 passiert ein nur lokal interessantes Ereignis – weltweit: Facebook überträgt ein Spiel aus der Amateur Klasse – Ascot gegen Wembley. Und weil es Facebook ist, ist natürlich auch ein großer Sponsor dabei.

Und das in einer Zeit, in der die DFL eh laut darüber spricht, die heilige Kuh Sportschau am Samstag Abend zu schlachten – mit Hilfe des Internets.

Dabei spielt das Internet seine Karte wie einen Royal Flash aus der Hand: Egal ob lokale Ereignisse, internationale Ereignisse – immer öfter stoßen Betreiber digitaler Plattformen in Felder, die eigentlich traditionell Terrain der großen Massenmedien waren.

Auch die samstagsnachmittägliche öffentlich rechtliche Bundesligakonferenz im Radio hat seit einigen Jahren einen ermstzunehmenden Internet Feind: 90elf. Klickzahlen am Wochenende, die jedem öffentlich rechtlichem Sportredakteur das Fürchten lehren sollten.

Überhaupt schlachtet das Internet gerade seine technischen Möglichkeiten aus: Es geht immer mehr in den Mikrokosmos mit Diensten wie foursquare und den entsprechenden Koops, auch die alte Tante Radio nutzt solche Dienste, um seinen lokalen Vorteil in der digitalen Welt zu behaupten.

Und was heisst das für die traditionsreichen Massenmedien? Nun, warm anziehen, neue Konzepte mit und nicht gegen das Internet entwickeln und auf der Hut sein. Denn wenn es schon Kochshows auf Google+ gibt und Ibrahim Evsan in der w&v postuliert, dass gerade durch Google+ jeder zum Marketingexperten werden kann, dann deucht es mich, dass die Zeitenwende “umme Ecke” ist :mrgreen:

11th Aug2011

Koch mal!

by Markus Dreesen

Bisher hab ich mich hier nicht über das neue Soziale Netzwerk Google+ ausgelassen, ausser dass ich den entsprechenden Button in meine Social Kontaktmöglichkeiten eingefügt habe. Ich tummle mich da, beobachte fasziniert, wie sich eine neue Community entwickelt und wie klug die Nutzer mit den gegebenen technischen Strukturen umgehen. Klar, es gehört in der Zunft natürlich auch zum guten Ton, einen Account in dieser Plattform zu haben, wo es doch noch immer einer Einladung bedarf.

Aber bisher kann ich nur Vorteile sehen: Technisch auf hohem Niveau mit User-friendly Oberfläche und gerade die Circles haben es in sich: Machen Sie persönliche Nachrichten überflüssig, da diese durch Postoptionen in der üblichen Timeline abgefackelt werden. Sehr simpel, sehr intuitiv. Hinzu kommt das Niveau der Posts: Man hat den Eindruck, dass alle User froh sind, eine Community zu haben, in der man sich niveauvoll über Dinge austauschen kann.

Soweit so google. Und jetzt gibt es schon eine erste kleine Erfolgsstory, die vor allen Dingen zeigt, was für ein Potential in Social Media generell und Google+ im Besonderen steckt: Lee Allison ist eigentlich Technologie Berater und Google+ Nutzer. Der hat einfach das Google+ Feature Hangouts genutzt, um mit dieser Video Chat Funktion eine eigene Kochshow zu etablieren – die schließlich in sein Start Up Unternehmen The Social Skillet gemündet ist. Der eh begeisterte Hobbykoch hatte immer schon Freunden gezeigt, wie man kompliziertere Gerichte kocht und hatte eigentlich das ganze nur mit der Video Chat Funktion vereinfacht – der Rest zeigt, wie einfach bei geeignetem Content die Multiplikation durch Social Media funktioniert.

Und was heisst das jetzt? Nun, Social Media wird immer mehr zum Massenmedium – Dienste, wie Google+ (das erst im Juni diesen Jahres gestartet ist und jetzt schon – 2 Monate später – eine solche Erfolgsstory vorweisen kann!) machen vor, dass auch “medienfremde” User zu Produzenten von massenmedientauglichen Inhalten werden können. Man muss nur die angebotene Technik mit geeignetem Content nutzen.

Für alle professionellen Medienanbieter heisst das, dass man sich dringend eine Strategie in diesen neuen Massenmedien anschaffen sollte, bevor die User solche Unternehmungen überflüssig machen, weil sie einfach flexibler und schneller sind!

Ach so, das ganze kann man in aller Schönheit im Blog der New York Times nachlesen und darauf gestoßen bin ich natürlich bei Google+ :-)

07th Aug2011

Miss mal!

by Markus Dreesen

© Joujou/ pixelio.de

Es gibt eine neue Strömung – die freut die Mediziner und macht den Mitgliedern Spaß – und kommt (wir ahnen es schon) aus den USA: Quantified Self. Wer den verlinkten Artikel nicht lesen möchte, der sei damit zufrieden, dass es sich bei dieser Bewegung um Menschen handelt, die in allen Lebenslagen sämtliche verfügbaren Parameter messen und diese fein säuberlich in Tabellen eintragen, um Rückschlüsse auf Wohl- oder Unbefinden zu ziehen. Und weil wir im beginnenden 21. Jahrhundert sind, hat diese Bewegung einen starken Internetbezug und die Tabellen werden auf eigens dafür erstellten Plattformen gesammelt – mit den entsprechenden Vernetzungen in die großen Social Media Plattformen. Die Menschen, die kräftig messen, stellen schnell fest, dass sie Verhaltensänderungen mit der Empirie besser in den Griff bekommen. Zaghafte Anfänge solcher Portale kennt man auch hierzulande schon länger, wie z.B. Läufercommunities, in denen man seine Leistung mit Freunden messen kann und diese dann auf den einschlägigen Netzwerken posten kann.

Im November dieses Jahres wird es in Amsterdam die erste europäische Konferenz dieser Bewegung in Europa geben. Das heisst, es ist noch viel Luft in dieser Sache, die Claims – gerade in Deutschland – sind noch nicht abgesteckt.

Und da denkt man als geneigter Berater natürlich gleich an sein eigenes Atbeitsfeld und überlegt sich, dass doch gerade die Kunden aus dem Radiobereich sich immer wieder darüber beklagen, dass gerade das Internet so ein schwer zu bewirtschaftendes Feld wäre und dass man sowieso in Zeiten von Facebook und Co. keine Community Aktivitäten im Netz mehr starten kann.

Dieses Beispiel zeigt: Stimmt nicht! Denn so eine Bewegung birgt tausende Möglichkeiten – gerade für das Radio: Dort hat man die Reichweite, je nach Format auch die Klientel! Würde man die in geeigneten Plattformen, die an große Sendermarken angedockt werden, bündeln, könnte man sogar auch das Thema “Individualisierung” beackern – modifizierte Streams für die Gemütslage, die automatisiert bei etwaiger Dateneingabe angeboten werden …

Und um mein Pulver nicht völlig zu verschießen, verweise ich ab hier auf den freundlichen Berater, der hier kontaktiert werden kann!