TV ade?

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2012-02-26_1330253932Das Radio ist schon mehrmals tot gesagt worden – und lebt. Dezimiert, aber mit festem Platz. Und jetzt fangen die Auguren an, den Todesgesang auf das TV zu singen – mit mannigfaltigen Strophen.

Die Bitkom hat studiert und rausgefunden, dass jeder 2. Internetnutzer auch Angebote des IP-TV´s nutzt. Das heißt, Menschen, die sich im Netz bewegen, schauen sich da auch – also jeder 2. – Filme an. Damit ist natürlich vor allen das Gucken von kurzen Videoschnipsel gemeint, die z.B. gerne auch auf der jeweiligen Social Media Plattform geposted werden.

Aber, der Trend zum richtigen IP TV geht weiter – und das nicht nur durch solche cleveren Angebote wie Zattoo. Diesen Dienst nutze ich gern auf Reisen, wenn man einfach mal TV gucken will. Diese Dienste schießen gerade wie Pilze aus dem Boden, auch gern für den mobilen Markt entwickelt, wie 3min.de. Und der Trend ist da ganz klar: Bandbreiten entwickeln sich rasant, Komprimierungsmethoden werden immer perfekter – das macht das Anschauen von „Bewegtbild“ im Netz komfortabel. Zusätzlich schaffen die TV Anbieter mit ihren Mediatheken einen weiteren Grund, um TV nicht mehr wirklich im TV zu gucken, sondern über das Netz: Solche Events wie z.B. die Bundespräsidentwahl am 30.06.2010 haben den Vorteil von solchen Angeboten gezeigt – im Netz mit Live Bildern und direkt daneben die Möglichkeit, sich über den Live Chat an den Diskussionen zu beteiligen.

Zusätzlich kommen dann noch solche Anbieter, die bisher nur in den USA durchschlagen, die das Streaming übers Netz von Filmen für eine Flatrate anbieten – wie z.B. Netflix. Da kann man für schlappe 8,99 $ im Monat so viel gucken, bis die Leitung glüht. Wer da noch wartet, wann der gewünschte Film im TV kommt oder vielleicht teures Bezahl-TV abonniert, ist wirklich selbst schuld. Selbst das Kaufen von Blue Rays scheint in diesem Zusammenhang zweifelhaft – warum sich das Regal vollstellen, wenn man alles bei Bedarf online abrufen kann?

Mir fallen jetzt spontan nicht mehr wirklich zugkräftige Argumente fürs TV ein … Live Events? Nun, ja, aber wie viele mit wirklicher Duchschlagskraft gibt es?

Wie sagte ein Kollege so schön: „Es ist ein bisschen so, wie mit der Musikindustrie – noch verdienen alle TV Macher gutes Geld und in 5 Jahren sind sie dann total erstaunt, wenn alles am Boden liegt, und beschweren sich, dass man ja keine Warnungen bekommen hätte …“

Wie gesagt, das Radio lebt, gerade auch, weil sich die Macher über Modelle Gedanken machen, die die Konvergenzen zwischen altem und neuen Medium unterstreichen. Und das TV – die Konvergenz da scheint der Kannibalismus zu sein.

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